Haldern Pop Festival 2025
Text: Klaus | Ressort: Diary, Musik, Veranstaltungen | 2. Januar 2026Die 42. Ausgabe des Haldern Pop Festivals startet statt Donnerstag diesmal schon am Mittwoch inklusive vorgezogener Campingplatzeröffnung und einiger Lesungen und einer Filmvorführung in der Kirche in der Ortsmitte. Ab dem 06. August 2025 läuft dann Alles wie gewohnt: Popbar, Jugendheim und St. Georg beherbergen die ersten musikalischen Beiträge.
Als Zweiter spielt Oscarpreisträger Volker Bertelmann aka Hauschka in der vollbesetzten Kirche. Dem Geist des Ortes entsprechend ist das Publikum aufmerksam, andächtig und der Tageszeit entsprechend konzentriert. Gute Voraussetzungen für einen entspannten Konzertgenuss in Spannungsfeld von Klassik, Jazz, Ambient und Klangkunst.
Darauf folgt die Londoner Singer-Songwriterin Pem. Solo an Orgel und Gitarre mit Cellobegleitung.
Szenenwechsel nicht nur musikalisch. Im katholischen Jugenheim bezaubert und irritiert Fastmusic aus Leipzig.
Vor dem Eingang zum Festivalgelände eine kleine Schlange an den Sicherheitsschleusen.
Der Britpopreigen startet mit Bilk im Spiegelzelt. Ihr diesjähriges Album „Essex, Drugs And Rock And Roll“ war in unserer Radiosendung bei Radio Blau im März eines der Alben des Monats.
Naft aus dem benachbarten Belgien eröffnen die Hauptbühne auf dem Alten Reitplatz.
Rhythmusgetrieben und auf Party programmiert.
Radio Free Alice aus Australien sind die erste band im Niederrheinzelt, dass diesmal nicht nur gelegentlich bespielt wird, sondern durchgängig. Leider sind die Slots immer parallel zu den Konzerten im Spiegelzelt. Sicher auch um den Andrang dort zu entschärfen, da der Platz bekanntlich begrenzt ist und die Nachfrage doch meist sehr groß ist. Die Band rockt gut nach vorn und ähnlich dem Spiegelzelt ist auch hier die Atmosphäre näher am Club als gedacht.
Der britische Jazzer Alabaster DePlume fordert das Publikum am frühen Abend.
Hörgewohnheiten…
Großartig: Man/Woman/Chainsaw. Erfrischende Verjüngungskur von der britischen Insel.
Joan As Police Woman war 2008 schon mal vor Ort. Auch diesmal wieder begeisternd.
Die Australierin Jacoténe erweitert den Genremix um eine Prise jazzigen Neosoul. Die raumgreifende Stimme hinterlässt schon mal bleibenden Eindruck.
Verschnaufpause für die, die es nicht zu Dressed Like Boys ins Niederrheinzelt geschafft haben.
Die Geschwisterband Infinity Song mäandert zwischen Sechziger Folk, Soul und Pop.
Hauptbühne andächtig
Schweißtreibend im Niederrheinzelt: Heavy Lungs. Dreckiger, treibender Postpunk aus Bristol.
Grandbrothers um Einiges entspannter und getragener auf der Hauptbühne zum Tagesausklang.
08.08.25: Freitagsstart im Jugendheim mit Fovos Alif.
Goodwin am Mittag in der Kirche
Eigentlich ja Rob Goodwin und auch kein Unbekannter im Haldern Pop Universum. Mit seiner Band The Slow Show spielten sie schon 2014 auf dem Festival und brachten auch auf dem Haldern Pop Plattenlabel 2015 das Album „White Water“ und den Nachfolger „Dream Darling“ 2016 heraus. Auch oder gerade wegen dem reduzierten Setting trägt seine tiefe Stimme auch die neuen Songs. Kommt natürlich hier in der Kirche besonders gut zur Geltung.
Noch ein nicht erwartets Highlight: Josy Basar aus Frankreich. LoFi, Synthpop mit großem Herz.
Soft Loft ebenfalls ganz groß.
Begeisterung auch vor dem Spiegelzelt
Sylvie Kreusch zuletzt 2023 im Spiegelzelt, jetzt verdient auf der großen Bühne.
Frànçois & The Atlas Mountains
Chartreuse
Dauergast Loney Dear hier 20 Minuten auf der Hauptbühne. Morgen dann noch zwei Mal in der Kirche.
Seifenblasen am Ingenieurstand
Maruja kämpferisch mit Sonne im Rücken
Warhaus ist das Projekt von Maarten Devoldere. Auch bekannt von Balthazar. Ursprünglich mal als Duo mit Sylvie Kreusch gestartet, die dann auch später mit auf die Bühne kam.
Anspruchsvoller Artpop im Anschluss mit Anika.
Zaho de Sagazan
Der französische Superstar vor kleinem Publikum.
Warmduscher
J. Bernhardt aka Jinte Deprez. Zweiter Hauptakteur der belgischen Band Balthazar, die 2019 hier spielten.
Gediegener Tagesausklang
09.08.25: Samstag: Langsames Erwachen auf der Wiese
Nach einem gefeierten Gig in der Popbar vor zwei Jahren kam für Flying Moon In Space dann doch noch die Einladung zum Festival. Zwischen Kraut, Techno und Psychedelic Rock gab es im katholischem Jugenheim kein Halten.
Loney Dear noch Mal solo bevor er am Abend mit Chor nochmal in die Kirche zurückkommt.
Weltenbummlerin Ganavya, geboren in New York, aufgewachsen in Südindien, brachte nochmal eine ganz neue Klangfarbe in die Kirche.
Hannah Frances aus den Wäldern Vermonts. Unverstellt, authentisch, Großartig.
Warum?
Bo Ningen. Japanischer Noise zum Nachmittag
Anna Francesca aka Beaks aus Wien. Entrückt, kraftvoll, treibend
Auch die Gurriers aus Dublin spielten vor zwei Jahren begeisternd im Zelt und nun auf der großen Bühne.
Den Publikumskontakt haben sie damals auch schon nicht gescheut.
Die Briten von Mên An Tol klingen zwar erwartbar, aber mit eigener Note. Den bronzezeitlichen Steindonut könnt ihr dann selbst googeln. ;-)
Being Dead reihen sich in die Entdeckungen ein. Mal sehen was da noch kommt.
Sommersonne genießen
Italo- und Balkanpop auf dem Reitplatz: Extralisco
Begeisternd anders, verspielter Pop bei Mermaid Chunky im kleinen Zelt.
Porridge Radio legten schon vor zwei Jahren einen tollen Auftritt hin. Diesmal leider schon auf Abschiedstournee.
Hoffen wir mal, dass Dana Margolin ein anderes kreatives Ventil findet bzw. benötigen wird.
Das stylische Highlight servieren Brigitte Calls Me Baby. Ursprünglich aus Südost Texas, jetzt Chicago. Sie verbinden düsteren Post Punk mit Sechziger und Achtziger Popelementen. Ganz großes Kino. Sacko und Frisur sitzen perfekt.
Abschiedsstimmung
Zum Finalauftakt nochmal großes Kino bei Patrick Watson im Verbund mit Cantus Domus, dem Hauschor des Festivals.
Been Stellar, erst Bloomfield, Michigan jetzt New York City. Heute: Spiegelzelt. Gut abgehangener Indiepoprock als letzter Act im Zelt.
Famous, die Band um Frontmann Jack Merett haben auch den klassischen Weg von der Popbar 2022 über das Spiegelzelt 2023 auf die Hauptbühne in diesem Jahr genommen. Verspult, quirlig, entrückt.
Jack Merett, diesmal mit mehr Abstand zum Publikum.
Etwas entkräftet, aber mit jeder Menge Eindrücken verabschieden uns vom Haldern Pop Festival 2025 mit der Gewissheit auch im nächsten Jahr wieder zwischen Kühen und Pferden zu zelten und Musik zu entdecken, von der wir noch gar nicht wussten, wie wir sie ins Herz schließen werden.
mehr Bilder: www.flickr.com/photos/personanongrata
alle Bilder: K. Nauber
































































