Shaking Hand – s/t

Text: | Ressort: Musik | 24. April 2026


Manchester – Industriestadt im ständigen Abriss und Wiederaufbau. Heimat der Band Shaking Hand. Die sieben Stücke ihres Debüts sind inspiriert von den Reihen roter Backsteinhäuser, die ihre Heimat prägen. Ein melancholisch-britischer Shoegaze-Ritt durch frühen Post-Rock und US Emo-Rock der Neunziger, versehen mit ihrem eigenen Stempel, neu und gleichermaßen nostalgisch. Die Stücke entstanden organisch im Zusammenspiel. »Die besten Ideen kommen, wenn alles kurz davor ist, auseinanderzufallen«, sagt Drummer Freddie Hunter. »Wenn wir es gerade so zusammenhalten.« Ihre musikalische DNA schöpfen die drei nach eigenen Angaben aus experimentellen Gitarrenbands wie Women, Slint, Sonic Youth, Pavement und Ulrika Spacek. Auf der kühlen Glasfassade ihres Sounds spiegelt sich das wärmende Licht der Sonne. »Wie ein Spaziergang durch eine leere Stadt spät in der Nacht«, beschreibt es Bassist Hodgkiss. »Während man in den Häusern, an denen man vorbeigeht, Lebenszeichen erhascht.« Produziert wurde das Debüt von David Pye (Wild Beasts, Teenage Fanclub) in den Nave Studios in Leeds und erinnert mitunter auch an die Glory Days der früh Neunziger Rave-Bewegung, Bands wie Stone Roses und Ride. Das musikalische Grundgerüst nahm die Band live auf und schichtete dann Roger Hunters entrückten Gesang auf Gitarre, Bass und Schlagzeug. So ist viel vom Jam-Charakter geblieben, die Songs entwickeln eine komplexe, mitreißende Dramaturgie. Auf Bandcamp haben Shaking Hand noch das epische »Over the Coals« nachgeliefert, das es nicht aufs Album geschafft hat, sich aber hervorragend einfügt. (Melodic)

shakinghandband.bandcamp.com

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