Damon Locks – List of Demands
Text: Redaktion | Ressort: Musik | 25. Februar 2025
»The doors are locked/Exits are blocked/We have found ourselves in an impossible situation« Die ersten Worte könnten eine direkte Reaktion auf die Wiederwahl Donald Trumps sein. Aber sie entstammen der Analyse einer gesellschaftlichen Situation, die schon länger schwelt und nach wie vor brennt – und das nicht nur in den USA. Damon Locks, Musiker, Dichter, Edukator, trägt sie mit einer didaktischen Ruhe vor. Auch wenn die klugen Texte auf »List of Demands« finster sind, strahlen sie keine Hoffnungslosigkeit aus. »The people in power are no longer controlling our lives« heißt es nur kurz darauf in einem Sample. Locks, der zunächst als Frontmann der legendären Punkband Trenchmouth shoutete, später als Leiter des Musikkollektivs Black Monument Ensemble in Erscheinung trat, aber auch mit inhaftierten Künstlern in seiner Heimatstadt Chicago arbeitete, vereint all das auf seinem ersten Soloalbum. Er loopt Jazzsamples, schneidet politische Reden dazwischen, mischt es mit Livemusik u.a. von seinem Weggefährten, dem Kornettisten Ben LaMar Gay, und trägt dazu seine Spoken Words vor, die an die Beat Poesie der Spätsechziger ebenso erinnern wie an die Reden der Black Power-Aktivistinnen und -Aktivisten Stokely Carmichael und Angela Davis. Das wirkt hochgradig hypnotisch und sophisticated und trotzdem zugänglich und anschlussfähig, weit über die schwarze Community hinaus. (International Anthem)