Bilk – Essex, Drugs and Rock and Roll
Text: Klaus | Ressort: Musik | 25. März 2025
Endlich mal wieder eine Britpop-Platte, die den Namen auch verdient. Ordentliche Haudrauf-Songs, die fette Hymnen abgeben sind ein Teil des Albums. Daneben gibt es auch beschwingtere, lockere Stücke. Bilk gehen da nicht verkrampft ran, was vielen Altvorderen mit den letzten Platten abgeht. Diese Leichtigkeit ist deutlich bei Bilk und ihrem zweiten Album Essex, Drugs and Rock and Roll. Die Band stammt aus Essex, dem nordöstlich von London. Das selbstbetitelte Debüt erschien 2023. Die Band besteht aus Mastermind, Gitarrist und Sänger Sol Abrahams, Luke Hare am Bass und Harry Gray am Schlagzeug. Auf dem ersten Album fanden sich noch Songs, die sie in ihrer Jugend geschrieben hatten. Die Songs zirkulierten ums Erwachsenwerden. Dies und manch fragwürdige Entscheidung, wie ein elektronisches Schlagzeug, würde die Band nach eigener Aussage heute nicht mehr so machen. Das zweite Album kehrt hingegen die Livequalitäten der Band heraus. Auch thematisch gesehen tritt man auf der zweiten Platte gereifter auf. Es geht nicht mehr nur ums Feiern und den Spaß am Leben. Es geht auch um Geschlechterrollen, toxische Männlichkeit. Wichtig ist Abrahams auch, eine gewisse Abwechslung zu bieten. Das gelingt auf Album Zwei. Die Einflüsse sind zahlreich, so kommt in manchen Songs auch ein gewisser Hip Hop-Groove hinein. Mitunter kommen einem Maximo Park und die Kooks in den Sinn. Zwischen den Smashern kommt immer auch wieder Lagerfeuer-Romantik auf mit hingetupften Melodien. Wichtig ist der Band der DIY-Spirit und sich nicht alles vom Label abnehmen zu lassen.
(Scruff Of The Neck) VÖ 24.01.2025